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Startseite News & Termine Creditreform Analysen Regionale Analysen Risikobarometer Mittelstand 2009

Risikobarometer Mittelstand 2009

Risikobarometer für die Region Mittelrhein steht auf "veränderlich"

Fragen nach Bonität, Solvenz und Risiko treten in den letzten Wochen und Monaten in Folge der Auswirkungen auf die heimische Wirtschaft immer stärker in den Vordergrund. Auch im wirtschaftlichen Alltag vieler Mittelständler spielen diese Aspekte  eine zunehmend wichtige Rolle. So wird der Ausgang von Kreditgesprächen mit Banken oder von Verhandlungen mit Lieferanten und Leasinggesellschaften maßgeblich von der Bonitätsbewertung bestimmt.

Das vorliegende Risikobarometer Mittelstand dient als Instrument zur Darstellung der Risikostruktur der Region Mittelrhein. Ziel ist es, Gefährdungs- aber auch Chancenpotenziale aufzuzeigen. Es wurde von Creditreform Koblenz in Zusammenarbeit mit der Creditreform Rating AG, Neuss, erstellt. Die wirtschaftliche Struktur einer Region wird aus verschiedenen Perspektiven beleuchtet, um die Risikosituation darzustellen und daraus Rückschlüsse zu ziehen. Im Ergebnis zeigt das Risikobarometer die Struktur der Unternehmen einer Region, die besonders insolvenzgefährdet sind und welche Betriebe mit einem hohen Ausfallrisiko behaftet sind.

Grundlage und Orientierungsgröße des Analyseverfahrens ist der Creditreform-Risiko-Indikator (CRI in Prozent), der die Ausfallwahrscheinlichkeit von Unternehmen zeigt. Die Analyse ist für Unternehmer, Banken, Stadt- und Kreisverwaltungen sowie Wirtschaftsförderungs-gesellschaften von wirtschaftlichem Interesse.

Das Risikobarometer Mittelstand berücksichtigt nicht nur Insolvenzverfahren der Unternehmen. Das Vorliegen eines Ausfalls wird darüber hinaus auch durch die folgenden Negativmerkmale angezeigt:

  • Verbraucherinsolvenzverfahren von unternehmerisch tätigen Personen
  • sonstige Insolvenzverfahren
  • Haftanordnung zur Abgabe der Eidesstattlichen Versicherung
  • Abgabe der eidesstattlichen Versicherung

Rheinland Pfalz

Verglichen mit anderen Regionen ist Rheinland-Pfalz von einer sehr durchwachsenen Risikostruktur geprägt. In den Kreisen und kreisfeien Städten des Bundeslandes sind alle Risikoklassen vertreten.  2007 wurde für das süd-westliche Bundesland ein Ausfallrisiko von 2,23 Prozent gemessen. Für das Jahr 2008 ist im gesamten Landesgebiet ein negativer Trend dokumentiert.  Mit einem durchschnittlichen Creditreform-Risiko-Indikator (CRI) von 2,46 Prozent liegt Rheinland-Pfalz deutlich über dem Bundesdurchschnitt (2008: 2,22 Prozent) und schlechter als im Vorjahreszeitraum.

Die Analyse zeigt, dass die einzelnen Regionen in Rheinland-Pfalz in unterschiedlichem Ausmaß von der schwierigen konjunkturellen Situation betroffen sind. Der Süden des Bundeslandes ist traditionell durch Betriebe des verarbeitenden Gewerbes und große Industrieunternehmen geprägt. Hier sind die ersten Ausläufer der Krise bereits deutlich spürbar. Im Norden und im westlichen Teil des Landes, in denen eher Dienstleistungen und regionale Mittelständler dominieren, sind die Auswirkungen der aktuellen wirtschaftlichen Entwicklung in Form von vermehrten Insolvenzanträgen verhältnismäßig moderat. Zwar gibt es auch hier leichte Zunahmen bei den Ausfallwahrscheinlichkeiten, jedoch hat der Süden des Landes mit einem weitaus stärkeren Anstieg des Insolvenzrisikos zu kämpfen.

Region Mittelrhein

Die Region Mittelrhein wird mit einem Creditreform-Risiko-Indikator (CRI) von 2,71 Prozent, der einem erhöhten Ausfallrisiko entspricht, bewertet. (2007: 2,31 Prozent) Gerade in der zum Ende des Jahres 2008 verstärkt negativen Konjunkturentwicklung weist die Region eine weiterhin nicht unerhebliche Zahl an Firmeninsolvenzen auf. In der aktuellen Analyse wird die betrachtete Region Mittelrhein mit der kreisfreien Stadt Koblenz und den Landkreisen Mayen-Koblenz, Neuwied und dem Westerwaldkreis in die Risikoklasse 4 eingestuft.

938 von rund 34.630 Unternehmen der Region erlitten im Jahr 2008 den wirtschaftlichen Zusammenbruch durch Insolvenz, Haftanordnung oder eidesstattliche Versicherung.

Die im Jahr 2007 positive Tendenz der Insolvenzentwicklung am Mittelrhein kam 2008 zum Erliegen. Rangierte die Stadt Koblenz in der vergangenen Analyse mit einem geringen Ausfallrisiko in Risikoklasse 2  als "grüne Insel" im nödlichen Rheinland-Pfalz, hat sich das Ausfallrisiko der in der Stadt angesiedelten Unternehmen deutlich erhöht.  In diesem Jahr findet sich die Stadt in Risikoklasse 4 wieder. Für 2008 wird ein Creditreform-Risiko-Indikator (CRI) von 2,75 Prozent ermittelt. Eine negative Veränderung von nahezu einem Prozentpunkt lässt die Stadt in diesem Jahr in einem weniger guten Licht erscheinen.

Unternehmen / Ausfälle der Region Mittelrhein

2007

2008

Unter-
nehmen

Aus-
fälle

CRI
in %

 

Unter-
nehmen

Aus-
fälle

CRI
in %

Koblenz, Stadt

5.587

107

1,92

5.719

157

2,75

Kreis Neuwied

9.157

238

2,60

9.124

248

2,72

Kreis Mayen-Koblenz

9.016

233

2,58

9.190

267

2,91

Kreis Westerwald

10.453

212

2,03

10.597

266

2,51

Region Mittelrhein

34.213

790

2,30

34.630

938

2,71

Rheinland-Pfalz

207.612

4.634

2,23

211.584

5.196

2,46

Gesamtdeutschland

 3.999.867

84.225

2,11

4.109.878

91.359

2,22

Trotz der negativen Entwicklungen bleibt die Region Mittelrhein ein starker Motor der mittelständischen Wirtschaft. Auch in den aktuell schwierigen Zeiten sind die Insolvenzzahlen noch relativ gering. Dank vorausschauender Maßnahmen im Bereich der Finanz- und Vertriebsplanung und gut durchdachter Unternehmenspolitik trotzt der Mittelstand der Krise. Medienberichten zu Beginn des viel beschriebenen "Krisenjahres 2009" zufolge bewegen sich Unternehmen gerade aus der Zuliefererbranche und der Chemiebranche in einem schwierigen Umfeld. Kurzarbeit gibt es in der Region vor allem in Betrieben der Chemiebranche und der Zuliefererbranche. Geplante Sitzverlegungen vom Mittelrhein in andere Gebiete lassen auf eine weitere Verschlechterung der Situation schließen.

Fazit und Prognose

Bei der Einordnung der Region Mittelrhein in die Gesamtwirtschaft wird deutlich, dass erste Auswirkungen der Wirtschaftskrise deutlich zu spüren sind. Das Ausfallrisiko der gesamten Region liegt mit 2,71 Prozent deutlich über dem Durchschnitt von Rheinland-Pfalz (2,46 Prozent) und Gesamtdeutschland (2,22 Prozent).

Der positive Trend des Jahres 2007 kehrt sich im Jahr 2008 um und folgt dem Bundes- und Landestrend.

Das Ausfallrisiko von Unternehmen der kreisfreien Stadt Koblenz (2,75 Prozent) sowie der Landkreise Neuwied (2,72 Prozent), Mayen-Koblenz (2,91 Prozent) und das des Westerwaldkreises (2,51 Prozent) rangiert 2008 deutlich über dem Risiko eines Ausfalles der Gesamtwirtschaft in Deutschland (2,22 Prozent).

Unternehmer am Mittelrhein haben damit ein "erhöhtes Ausfallrisiko"

Im laufenden Jahr kann für diesen Besorgnis erregenden Trend in der Region Mittelrhein keine Entwarnung gegeben werden.

Der prognostizierte Creditreform-Risiko-Indikator für 2009 liegt bei 2,83 Prozent. Es ist also davon auszugehen, dass die Insolvenzzahlen sowie die Anzahl eidesstattlicher Versicherungen und auch der Haftanordnungen zu deren Abgabe 2009 im Unternehmensbereich weiter steigen werden.

Das Risikobarometer Mittelstand 2008 / 2009 lässt eine Verschlechterung der Situation für die Betriebe der Region Mittelrhein klar erkennen. Erster Vorbote in der Region ist die aktuell auftretende Kurzarbeit in einigen Betrieben der Automobil- und Chemiebranche. In einzelnen Unternehmen sind Sitzverlegungen angedacht.

Die aktuelle Version der Analyse stellen wir Ihnen kostenlos als PDF-Dokument zur Verfügung:

PDF-Icon Risikobarometer Mittelstand 2009 (PDF, 669 KB)



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Tel.:
02 61 / 9 11 81-25

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Downloads

Risikobarometer Mittelstand 2009
(PDF, 669 KB)
Analyse für RLP
(PDF, 99 KB)
Analyse für RLP (Ausschnitt Mittelrhein)
(PDF, 178 KB)
 
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