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SchuldnerAtlas 2008
SchuldnerAtlas Koblenz / Neuwied 2008
Überschuldete Privathaushalte in der Region

Die Überschuldung von Privatpersonen in Koblenz und Neuwied ist 2008 weiter zurückgegangen. Das zeigen die Ergebnisse des SchuldnerAtlas 2008 von Creditreform Koblenz, dessen Ergebnisse jetzt auch für die Städte Koblenz und Neuwied vorliegen.
So betrug zum Stichtag 1. Oktober 2008 die Schuldnerquote in der Stadt Koblenz 12,72 Prozent. Das entspricht einem Rückgang um 0,63 Prozentpunkte gegenüber dem Vorjahr. Eine ähnliche Entwicklung ist für die Stadt Neuwied zu beobachten. Hier nahm die Schuldnerquote um 0,67 Prozentpunkte auf aktuell 10,49 Prozent ab.

Mit diesen Werten rangieren Neuwied und Koblenz im Vergleich der 36 rheinland-pfälzischen Städte und Kreise auf den Plätzen 22 und 32. Die Kreise Cochem-Zell und Mayen-Koblenz, die an die Stadtkreise Koblenz und Neuwied angrenzen, liegen mit Schuldnerquoten von 8,06 beziehungsweise 9,75 Prozent auf den Plätzen 3 und 16. Die niedrigste Schuldnerquote aller rheinland-pfälzischen Kreise hat Trier-Saarburg mit 6,73 Prozent. Schlusslicht ist die Stadt Pirmasens mit 17,41 Prozent.
Die Gesamtschau der 413 Kreise und kreisfreien Städte in Deutschland zeigt ein sehr differenziertes Bild. Die Spannbreite reicht 2008 von der niedrigsten gemessenen Schuldnerquote im bayerischen Landkreis Eichstätt (4,01 Prozent, Vorjahr: 4,34 Prozent) bis hin zur höchsten Schuldnerquote in Offenbach am Main (19,36 Prozent, Vorjahr: 20,91 Prozent). Insgesamt gilt auch 2008, dass die Schuldnerquoten in Kernstädten und Ballungsräumen meist deutlich höher sind als in ländlichen Regionen.

Der SchuldnerAtlas zeigt, wie sich die Überschuldung privater Verbraucher innerhalb Deutschland kleinräumig verteilt. Überschuldung liegt vor, wenn ein Schuldner die Summe seiner fälligen Zahlungsverpflichtungen auch in absehbarer Zeit nicht begleichen kann und ihm weder Vermögen noch andere Kreditmöglichkeiten zur Verfügung stehen. Oder kurz: Die zu leistenden monatlichen Gesamtausgaben übersteigen die Einnahmen.
Der Blick auf die PLZ-Ebene zeigt große Unterschiede
Ein Blick auf die einzelnen Postleitzahlen-Gebiete innerhalb der Städte Koblenz und Neuwied erlaubt eine noch kleinräumigere Differenzierung der Schuldnersituation. So reicht das Spektrum der Schuldnerquoten in Koblenz von 8,32 Prozent (PLZ 56075: Karthause, Oberwerth, Stolzenfels; Vorjahr 8,69 Prozent) bis hin zu 20,12 Prozent (PLZ 56070: Bubenheim, Neuendorf, Kesselheim, Lützel, Wallersheim; Vorjahr 21,84 Prozent). Die PLZ 56068 (Altstadt, Mitte) weist mit 14,20 Prozent (Vorjahr 14,96 Prozent) die zweithöchste Schuldnerquote innerhalb von Koblenz auf.
Die Spreizung der Schuldnerquoten innerhalb des Stadtgebietes von Neuwied fällt geringer aus als in Koblenz. Die geringste Überschuldungsdichte wurde mit 8,19 Prozent in den Stadtteilen Altwied, Irlich, Leutesdorf, Niederbieber, Rodenbach, Segendorf und Torney (PLZ 56567, Vorjahr 8,36 Prozent). Negativer Spitzenreiter ist hier der Stadtteil Feldkirchen mit einer Schuldnerquote von 13,28 Prozent (PLZ 56564, Vorjahr 14,09 Prozent).
Bundesländer: Rheinland-Pfalz auf Platz fünf
Die Schuldnerquote für Deutschland insgesamt liegt bei 10,11 Prozent (Vorjahr 10,85 Prozent). Damit gelten rund 6,9 Millionen Bewohner Deutschlands oder fast jeder zehnte erwachsene Einwohner als überschuldet oder weisen zumindest nachhaltige Zahlungsstörungen auf. Das Bundesland Rheinland-Pfalz liegt mit einer Schuldnerquote von 10,24 Prozent lediglich um 0,13 Prozentpunkte über dem Bundesdurchschnitt. Hier gelten 360.000 Personen als überschuldet. Die Städte Koblenz und Neuwied liegen mit ihren Schuldnerquoten damit über dem Landesdurchschnitt, während die Kreise Cochem-Zell und Mayen-Koblenz niedrigere Schuldnerquoten aufweisen als das Bundesland Rheinland-Pfalz.

Im Vergleich mit den anderen Bundesländern rangiert Rheinland-Pfalz auf Platz fünf. Das Bundesland mit der niedrigsten Schuldnerquote ist weiterhin Bayern (7,28 Prozent; Vorjahr 7,79 Prozent), gefolgt von Baden-Württemberg (7,65 Prozent; Vorjahr 8,14 Prozent) und Sachsen (9,10 Prozent; Vorjahr 10,01 Prozent). Die höchste Schuldnerquote hat Bremen (14,72 Prozent; Vorjahr 15,50). Auf den Plätzen davor liegen Berlin (13,96 Prozent; Vorjahr 15,25 Prozent) und Sachsen-Anhalt (12,40 Prozent; Vorjahr 13,73 Prozent).
Neue Überschuldungswelle droht
Der Rückgang der Überschuldung von Privatpersonen in Rheinland-Pfalz und in Deutschland droht, nur eine erfreuliche Momentaufnahme zu bleiben. So ist zu befürchten, dass es in den nächsten zwei Jahren zu einer neuen Überschuldungswelle kommen wird, die auf dem Wiederanstieg der Arbeits- und Beschäftigungslosenzahlen basieren wird.
Hauptausgangspunkt der weiteren Überschuldungsentwicklung sind die konjunkturellen Folge- und Nebenwirkungen der globalen Finanzkrise. Der Vertrauensverlust im Finanz- und Wirtschaftssystem, die damit einhergehende Kreditzurückhaltung der Banken und der zu erwartende Konsumverzicht von Verbrauchern (Erhöhung der Sparquote) werden 2009 zu einem deutlichen Rückgang der BIP-Wachstumsraten und damit zu einem Stillstand beim Abbau der Arbeitslosigkeit führen. Die Folge: Die Überschuldung der Verbraucher wird wieder steigen.

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