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Schuldneratlas Koblenz / Neuwied 2007

Überschuldete Privathaushalte in der Region

Lokale Schuldnerquoten leicht rückläufig

Die Überschuldung von Privatpersonen in Koblenz und Neuwied ist 2007 leicht zurückgegangen. Das zeigt der Schuldneratlas 2007, dessen Ergebnisse jetzt auch für die Städte Koblenz und Neuwied vorliegen.

So lag die Schuldnerquote in der Stadt Koblenz zum Stichtag 1. Oktober 2007 bei 13,34 Prozent. Das entspricht einem Rückgang um 0,19 Prozentpunkte gegenüber dem Vorjahr.

Eine ähnliche Entwicklung ist für die Stadt Neuwied zu beobachten. Hier nahm die Schuldnerquote um 0,15 Prozentpunkte auf aktuell 11,15 Prozent ab.

Mit diesen Schuldnerquoten rangieren Neuwied und Koblenz im Vergleich der 36 rheinland-pfälzischen Städte und Kreise auf den Plätzen 21 und 32. Die Kreise Cochem-Zell und Mayen-Koblenz, die an die Stadtkreise Koblenz und Neuwied angrenzen, liegen mit Schuldnerquoten von 8,53 beziehungsweise 10,46 Prozent auf den Plätzen 3 und 17. Die niedrigste Schuldnerquote aller rheinland-pfälzischen Kreise hat Trier-Saarburg mit 7,29 Prozent. Schlusslicht ist die Stadt Pirmasens mit 18,37 Prozent.

Deutschlandweit zeigt die Analyse der Verschuldungssituation auf Basis der 439 Kreise und kreisfreien Städte ein sehr differenziertes Bild. Die Spannweite reicht von der niedrigsten gemessenen Schuldnerquote im bayerischen Landkreis Eichstätt (4,34 Prozent) bis hin zur höchsten gemessenen Schuldnerquote in der Stadt Offenbach am Main (20,91 Prozent). Insgesamt bleiben Großstädte ein Brennpunkt bei der Überschuldungsproblematik.

Der Schuldneratlas zeigt, wie sich die Überschuldung privater Verbraucher innerhalb Deutschland kleinräumig verteilt. Überschuldung liegt vor, wenn ein Schuldner die Summe seiner fälligen Zahlungsverpflichtungen auch in absehbarer Zeit nicht begleichen kann und ihm weder Vermögen noch andere Kreditmöglichkeiten zur Verfügung stehen. Oder kurz: Die zu leistenden monatlichen Gesamtausgaben übersteigen die Einnahmen.

Der Blick auf die PLZ-Ebene zeigt große Unterschiede

Ein Blick auf die einzelnen Postleitzahlen-Gebiete innerhalb der Städte Koblenz und Neuwied erlaubt eine noch kleinräumigere Differenzierung der Schuldnersituation.

So reicht das Spektrum der Schuldnerquoten in Koblenz von 8,69 Prozent (PLZ 56075: Karthause, Oberwerth, Stolzenfels; Vorjahr 8,01 Prozent) bis hin zu 21,84 Prozent (PLZ 56070: Bubenheim, Neuendorf, Kesselheim, Lützel, Wallersheim; Vorjahr 22,12 Prozent). Die PLZ 56068 (Altstadt, Mitte) weist mit 14,97 Prozent (Vorjahr 16,05 Prozent) die zweithöchste Schuldnerquote innerhalb von Koblenz auf.

Schuldneratlas 2007 Gebiet Koblenz, grafische Darstellung (jpg, 886 KB)

Im Bereich der Stadt Neuwied liegen die Schuldnerquoten nach PLZ-Gebieten zwischen 8,36 Prozent (PLZ 56567, Altwied, Irlich, Leutesdorf, Niederbieber, Segendorf, Torney: Vorjahr 8,32 Prozent) und 14,09 Prozent (PLZ 56564, Feldkirchen; Vorjahr 14,58 Prozent). Der dritte Neuwieder PLZ-Bereich (PLZ 56566, Block, Engers, Gladbach, Heimbach-Weis, Oberbieber) rangiert mit 12,10 Prozent (Vorjahr 12,40 Prozent) dazwischen.

Schuldneratlas 2007 Gebiet Neuwied, grafische Darstellung (jpg, 699 KB)

Bundesländer: Rheinland-Pfalz auf Platz sechs

Die Schuldnerquote für Deutschland insgesamt liegt bei 10,85 Prozent (Vorjahr 10,68 Prozent). Damit gelten rund 7,3 Millionen Bewohner Deutschlands oder mehr als jeder zehnte erwachsene Einwohner als überschuldet oder weisen zumindest nachhaltige Zahlungsstörungen auf. Das Bundesland Rheinland-Pfalz liegt mit einer Schuldnerquote von 10,96 Prozent lediglich um 0,11 Prozentpunkte über dem Bundesdurchschnitt. Hier gelten 360.000 Personen als verschuldet. Die Städte Koblenz und Neuwied liegen mit ihren Schuldnerquoten damit über dem Landesdurchschnitt, während die Kreise Cochem-Zell und Mayen-Koblenz niedrigere Schuldnerquoten aufweisen als das Bundesland Rheinland-Pfalz.

Im Vergleich mit den anderen Bundesländern rangiert Rheinland-Pfalz auf Platz sechs. Das Bundesland mit der niedrigsten Schuldnerquote ist weiterhin Bayern (7,79 Prozent; Vorjahr 7,70 Prozent), gefolgt von Baden-Württemberg (8,14 Prozent; Vorjahr 8,06 Prozent) und Sachsen (10,01 Prozent; Vorjahr 9,76 Prozent). Die höchste Schuldnerquote hat Bremen (15,50 Prozent; Vorjahr 15,26). Auf den Plätzen davor liegen Berlin (15,25 Prozent; Vorjahr 15,20 Prozent) und Sachsen-Anhalt (13,73 Prozent; Vorjahr 13,43 Prozent).

Schuldneratlas 2007 Rheinland-Pfalz, grafische Darstellung (jpg, 1 MB)

Betroffene immer jünger

Die deutschlandweite Analyse der Verschuldungsentwicklung zeigt einen besorgniserregenden Trend: Die Überschuldungsbetroffenheit bei den Jüngeren steigt stark an. Mittlerweile sind mehr als ein Prozent aller unter 20-Jährigen überschuldet. Die Schuldnerquote bei den 20- bis 29-Jährigen liegt 2007 bereits bei 8,6 Prozent. Innerhalb von nur drei Jahren ist dieser Prozentsatz um 1,1 Punkte angestiegen. Ältere Personen, insbesondere die Altersgruppe der 40- bis 49-Jährigen, verzeichnen im gleichen Zeitraum einen Rückgang der Schuldnerquote. Junge Erwachsene sind von einer anhaltenden Zahlungsunfähigkeit im sozialen Umfeld stark betroffen. Diese negativen Erfahrungen, verbunden mit einer mangelnden Teilhabe an Bildungsangeboten, werden generationsübergreifend weitergegeben.

Überschuldung ist weiterhin Männersache

Die Analyse nach Überschuldung und Geschlechtszugehörigkeit zeigt erneut, dass Überschuldung überwiegend Männer betrifft: Rund zwei Drittel aller Schuldner sind Männer (66 Prozent). Der Grund: In vielen Familien fungiert der Mann immer noch als Haushaltsvorstand und muss im Falle der Überschuldung für Verbindlichkeiten aufkommen beziehungsweise bei Überschuldung als formal Verantwortlicher auftreten.

Die vollständige Analyse finden Sie hier zum Download:

Schuldneratlas 2007 Koblenz / Neuwied (PDF, 445 KB)



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SchuldnerAtlas 2007 für die Region Koblenz/Neuwied
(PDF, 444 KB)
SchuldnerAtlas 2007
(PDF, 886 KB)
SchuldnerAtlas 2007
(PDF, 698 KB)
SchuldnerAtlas 2007 für Rheinland-Pfalz
(PDF, 1490 KB)
 
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